Elvis feiert seinen 25. Geburtstag. Der
erste Gratulant am Morgen ist der junge Bad Nauheimer Fan Claus Kurt Ilge, der
ihm bereits um 7.00 Uhr vor der Garage die Glückwünsche überbringt. Elvis schien
überrascht und sagte: "Hello, my little friend from Friedberg". Er lud
Claus Kurt Ilge, in seinen Mercedes zur Mitfahrt nach Friedberg ein.
Elvis feiert im Sportheim an der Hauptstraße in der Altstadt von Bad Nauheim
seinen 25. Geburtstag, ca. 200 Leute waren zu diesem Anlass anwesend.
Auch die Abschiedsparty, die
Elvis wenige Tage vor seiner Rückkehr in die USA gab, wurde in diesem Sportheim
gefeiert.
13. Januar bis 16. Januar 1960
Der Karatelehrer Jürgen Seydel nimmt Elvis
mit nach Paris zu einem Sonderunterricht beim Karatemeister Murakami Tetsuji.
20. Januar 1960 **
Elvis wird zum "Acting Sergeant"
(Feldwebel auf Zeit) befördert. Dies bringt zwar keine Solderhöhung,
spricht aber für eine gute Beurteilung bei seinen militärischen Vorgesetzten.
Januar 1960
Das Wintermanöver "Operation Snowshield"
beginnt und führt Elvis für 14 Tage unter anderem in den Schwarzwald bis hin zur Schweizer Grenze.
Die Operation Snowshild fand neben Grafenwöhr auch auf einem Truppenübungsplatz bei Baumholder
statt.
5. Februar 1960
Während seiner Manöverzeit in Grafenwöhr fuhr
Elvis dienstlich im
Jeep, nach Hirschau wo er das
Gasthaus Goldenes
Lamm besuchte in dem er auch fotografiert wurde, auch den Goldenen Hirsch
besuchte Elvis sein weg führte ihn auch nach Vilseck nahe
Grafenwöhr.

Der Journalist Sepp Anderl
Müller erinnert sich: Der Tag, an dem
Elvis kam war kalt, bitterkalt. Das Wintershild-Manöver hatte gerade begonnen.
Erkannt hatten Elvis auf dem Hirschauer Marktplatz nur eine handvoll junger
Leute. Elvis saß vor Sepp A. Müllers Haus in einem Armeejeep,
umringt von Teenagern.
Hi hat er gesagt, I'm
Elvis Presley. Müller bewies sofort
Reportergespür, er schnappte sich seine Kamera
und machte einen Film
voll.
Weiden,
Februar 1960
Neben Hirschau gibt es sicher noch weitere
Orte, die Elvis während seiner Manöverzeit in Graf, besuchte. Leider sind nur
wenige bekannt. Zu denen gehört auch Weiden, wo Elvis das Waldbierstüberl in der
Pressatherstr. 165 besucht hat. Heute existiert das Waldbierstüberl nicht mehr.
Die Besitzerin und ehemalige Wirtin,
Frau Bischoff, erzählte mir, dass sie nach
einem Schlaganfall ihres Mannes Ende der 60er Jahre das Waldbierstüberl in ein
Wohnhaus umbauen lies.
Auf die Frage, ob Sie sich noch an Elvis
Presley's Besuch erinnern könne sagte sie Oh ja das kann ich: Eines Tages kam
Elvis in Begleitung einiger Kameraden mit einem Jeep vorgefahren. Er stieg aus
kam herein und bestellte einen Kaffee. Weiter erzählte sie: Nach kurzer Zeit
wusste die ganze Straße, dass Elvis Presley im Waldbierstüberl saß. Sie stürmten
herein um Autogramme zu bekommen. Nach ca. 1/2 Stunde fuhr Elvis wieder ab. Das
war das einzige Mal, das Elvis das Waldbierstüberl in Weiden besuchte. Aber Frau
Bischoff wird diesen Tag wohl nie vergessen.
Amberg, Februar
1960
Elvis kommt während
einer Erkundungsfahrt nach Amberg wo er auf dem Maxplatz (am Ende der Maxallee)
sofort erkannt wird und Autogramme gibt.
11. Februar 1960
Elvis wird in Grafenwöhr zum "Sergeant"
befördert. Sein Gehalt erreicht nun die stolze Höhe von 122,31 US-Dollar pro
Monat.
Während seiner Freizeit in Grafenwöhr besuchte
Elvis außerhalb der Kaserne gelegentlich die
Micky Bar in der Vilseckerstr. 7 in
Graf. In der Micky Bar soll heute noch das
Klavier stehen auf dem Elvis während seiner Besuche spielte.
Außerdem eine Couch auf
der Elvis mit Großmutter Minnie Mae gesessen haben soll. Im Lauf der Jahrzehnte wechselt die Micky-Bar
mehrmals den Besitzer, einmal brennt sie sogar aus, öffnet jedoch wieder neu,
1990 wurde die Micky Bar
endgültig geschlossent. Aus dem
Striptease-Lokal ist mittlerweile die "Kirche
Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage"
geworden - eine in Amerika weit verbreitete Glaubensgemeinschaft der Mormonen.
Raimund Rodler, (71) Sohn der damaligen Micky Bar,
Betreiber erinnert sich wie folgt:
»Die Micky Bar in Grafenwöhr war
weit über die Grenzen der Oberpfalz bekannt. Mein alter Herr kannte den
Commander von Elvis gut. Kurz nachdem Presley in Deutschland angekommen war,
wurde er im November 1958 schon zum Manöver auf den Truppenübungsplatz
abkommandiert. Wir nahmen für diese Zeit seinen Vater auf. Wir hatten einen
wunderbaren Wintergarten mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bar und allem Drum und
Dran. Mein alter Herr ließ dann Elvis immer von einem Fahrer abholen und durch
die Hintertür reinbringen. So konnten er und Vernon sich ungestört im
Wintergarten treffen. Das lief alles sehr diskret. Sogar unser Personal, etwa 35
Leute, hatte keine Ahnung. Bis zum letzten Tag. Meine Mutter hatte Elvis wie
immer Schnitzel gemacht. Plötzlich sagte er, wir sollen morgen die Leute
zusammentrommeln. Aber niemand Fremdes! Und kein Tonband! Keine Fotos! Er kriege
sonst Riesenärger mit seinem Management. ›Ich darf kein Konzert geben‹, sagte
er. Nachmittags um halb vier haben wir die Türen abgesperrt. Unser Personal war
völlig baff, als plötzlich Elvis am Flügel saß. Er spielte viele Countrysongs
und eigene Stücke, ›Hound Dog‹ zum Beispiel. Zwei Stunden nahm er sich Zeit, bis
ihn der Fahrer wieder nach Friedberg in die Ray Barracks brachte. Und weg war
er. Er wollte wohl einfach auf seine Art Danke sagen, dass er und sein Vater bei
uns so viel Ruhe fanden. Wenn jemand von diesem Auftritt gewusst hätte! Die
hätten uns die Bude eingerannt.«
Als die Micky Bar
in den 90er Jahren dicht macht, nimmt Rodler den Elvis-Flügel mit zu sich nach
Hause. "Ich habe auch den Stuhl aufgehoben, auf dem er saß." Beides verstaubt
seit gut 20 Jahren zwischen alten Flipperautomaten und anderem Gerümpel in
Rodlers Garage. Unter einer Plastikplane gibt der Flügel ein trauriges Bild ab:
Die ehemals weißen Tasten sind von Dreck und Schweiß braun gefärbt, die Saiten
sind verstimmt, die Pedale abgeschraubt. Rodler denkt darüber nach, den Flügel
zu restaurieren und einem Fan zu verkaufen.
Innerhalb der Kaserne besuchte Elvis oft das
Kasernenkino.
Ein ehemaliger
Taxifahrer
mit dem ich ins Gespräch kam erzählte mir, dass er sich noch gut erinnern könne
an Elvis Presley. Seine Kollegen und er hatten Elvis und einige seiner Kameraden
oft mit dem Taxi von der Kaserne in der Elvis untergebracht war zum 4 km
entfernten Kino und zur Micky Bar gefahren (das Grafenwöhr Kasernengelände ist extrem weitläufig) .
Auch nach
Hirschau ins Goldene Lamm ist Elvis
mit dem Taxi gefahren worden. Der Taxifahrer erzählte weiter, Elvis hatte ihm
ein Autogramm auf sein Taxidach geschrieben. Leider sei er nicht mehr im Besitz
des Fahrzeuges.
14. Februar 1960 **
Den dritten Ärmelstreifen darf Elvis
tragen, seit er zum Sergeanten befördert wurde. Er führt jetzt eine
Jepp-Aufklärungsgruppe. Mehr Sold bekommt er allerdings erst, wenn in seiner
Einheit eine Unteroffiziers-Planstelle frei wird. Das wird kaum mehr vor seiner
Entlassung sein.
27. Februar 1960 **
Der Abschied des Presley-Clans von der
Wetterau wird vorbereitet. Vernon Presley nutzt die Fastnachtszeit und nimmt an
einem Maskenball im Kurhaus zu Bad Nauheim teil. Inzwischen nimmt ein Möbelwagen
das Mobiliar aus der Goethestraße 14 auf. Es sind eine Unmenge von Gepäckstücken
zu verladen, allein über 3000 Schallplatten und mehr als ein Dutzend Seesäcke
mit der Fanpost.
1. März 1960 **
Elvis gibt in den Ray Barracks seine letzte
Pressekonferenz. Zahlreiche Reporter, seine Vorgesetzten und viele Freunde sind
zugegen, als Elvis der Wetterau »Lebewohl« sagt. In der Atmosphäre des
Abschiednehmens fließen viele Tränen. Elvis verspricht, einmal wiederzukommen.
2. März 1960 **
Flughafen
Rhein-Main. Elvis fliegt vom Frankfurter Militärflughafen mit 79 GIs zurück in
die Staaten. Unter den Freunden und Fans, die bei seinem Abschied dabei
sind, befindet sich auch seine große Liebe, die 16jährige
"Priscilla Beaulieu", seine spätere Frau. Sie
musste in Deutschland zurückbleiben.